Sardinien im Campervan – Alghero
Ein magischer Ort, an den es mich immer wieder zieht

Sardinien im Camper Van- eine kulinarische Rundreise quer über die Insel. Der vierte Teil: Alghero
Sardinien im Camper Van – Alghero – Eine Trauminsel, die auch die Karibik des Mittelmeeres genannt wird. Kein Wunder. Türkisblaues Wasser, endlose Traumstrände und eine ganz besondere, tief entspannte Lebensart der Menschen sowie kulinarisch ein ganz eigenes Erlebnis. Über die Insel hatte ich bereits etliche Berichte und Rezepte veröffentlicht. Wer sie gelesen hat und die Bilder gesehen hat, der weiß, warum die Insel uns nach zwei Jahren erneut zum insgesamt sechsten Mal angelockt hat. Über eine Campingreise mit unserem Pössl Campster Cult Ende Mai / Anfang Juni mit der ganzen Familie im Camper Van.
3 Wochen – 4 Stationen:
- Station 1: Die Gegend rund um Tempio Pausania
- Station 2: Porto Pino – endlose Dünen und Nato Militärbasis
- Station 3: Muravera – Traumstrände an der Costa Rei
- Station 4: Alghero – Festungsstadt mit spanischer Geschichte
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Die Reise im Schnelldurchlauf – Video erstellt mit TRAVELBOAST
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Station 4: Alghero
Das Ziel: Festungs- und Korallenstadt Alghero mit bis heute erlebbarem spanischen / katalanischen Einfluss
Die Anreise: Von Muravera aus sind wir ganz bewusst über Sardiniens Berge angereist, die Kilometeranzahl und Zeit erspare ich euch lieber, trotzdem erzähle ich Euch im Bericht etwas davon, ich hoffe, ihr habt Zeit mitgebracht, sonst einfach scrollen. Schneller geht’s von Olbia / Golfo Arranci aus von der Fähre bzw. ganz schnell von der Fähre welche in Porto Torres ankommt. Alghero hat aber auch einen eigenen, den dritten Flughafen der Insel.
Die Unterkunft: Camping Village Laguna Blu
Besichtigt: Altstadt von Alghero mit Korallengeschäften / Wochenmarkt von Alghero (Mittwochs in der Via Korsika) / Castelsardo und nachgelagerte Strände Richtung Valledoria / Stintino und den berühmten La Pelosa Beach / Santa Teresa di Gallura / Ruinen der Silberminen von Argentiera
Weitere sehenswerte Ziele: Tropfsteinhöhle Grotta di Nettuno / Isola Asinara aus unserer Sicht eher nicht / Bosa im Süden
Testurteil: Auch wenn Alghero ein Touristenmagnet ist, so ist es für mich doch ein Sehnsuchtsort und eine meiner Lieblingsstädte auf der Insel
Anreise
Sardinien im Camper Van – Alghero. Wie schon angedroht. Wir sind nicht einfach hingeflogen, oder mit dem Schiff in Porto Torres oder Olbia angekommen. Nein, wir haben uns die Anreise von der Costa Rei aus gegeben. Um es etwas spannender zu machen, haben wir uns für die Route durch die Berge entschieden, da wir das Städtchen Sadali, die Stadt der Wasserfälle besuchen wollten. Welche Stadt hat schon Wasserfälle mitten im Ort? Diese Reise war ein echtes Abenteuer. Schließlich haben wir, obwohl wir nach 6 Sardinien-Reisen dachten, alles gesehen zu haben, noch viel Neues gesehen. Leider sind wir fast die ganze Fahrt von einem Unwetter umgeben gewesen. Es hat dann tatsächlich auch noch Ende Mai gehagelt, die Straßen waren überflutet. Es gab viele Unfälle und auch einen aggressiven Sarden, der uns fast von der Straße gedrängt hat. Aber das Schöne am Reisen. So etwas vergisst man fast ganz und daher konzentrieren wir uns besser einfach auf die schönen Erinnerungen. Also Sadali und die Anreise nach Alghero. Aber seht selbst.








Essen in Sadali









Unterkunft
Die vorangestellten Bilder lassen es erahnen. Die Anreise nach Alghero war für uns kein Spaziergang, ist aber normalerweise kein Problem, wie ich Euch oben beschrieben habe. Umso glücklicher waren wir, als wir dann endlich beim Campingplatz Laguna Blu ankamen. Die Begrüßung war einfach mega freundlich. Nach einer super Einweisung kam der Hinweis, wir sollten uns einfach einen schönen Platz in unserer Kategorie aussuchen und dann nochmal Bescheid geben. Gesagt, getan. Das hat Spaß gemacht. Wir hatten einen Traumplatz. Direkt am Wasser, sehr nah. Den Weg ins Nahe gelegene Örtchen Fertilia, einfach über die Brücke rüber kann man sich in der Nebensaison zumindest aus unserer Sicht und mit Kindern eher sparen. Eine Sache sollte man Wissen: Die Flugzeuge des erwähnten Flugplatzes fliegen sehr nahe vorbei, abends wird es aber irgendwann ruhiger. Ja, die Lagune ist bereits Anfang Juni ein Brackwasser mit Blaualgen, die Stimmung über dem Wasser aber traumhaft. Was mir auch nicht gefallen hat, ist, dass sehr viel Schrott am Platz rumliegt. Damit meine ich kleine Glühbirnen, Autoteile, Dosen. Das hatten wir aber an allen Plätzen und das lag bestimmt an der Nebensaison, Ende Juni wurde gerade erst alles fit für die Hauptsaison gemacht. Aber dennoch ist die Atmosphäre ein Traum. Es gibt eine insbesondere für Kinder tolle Poollandschaft – Achtung: Badekappenpflicht. Zum Strand muss man kurz über die Straße und ja, es ist kein Paradies-Strand und dennoch ist das Wasser schön klar, es gibt viel Sand und der Strand ist direkt gegenüber der Einfahrt. Auch nach Alghero selbst sind es nur ein paar Minuten mit dem Auto. Uns hat der Platz daher dennoch sehr gut gefallen. Das Ristorante war super, gutes Essen mit Pizza vom Steinofen, alle waren sehr nett und die hübsche Kellnerin hat spontan mit dem Keyboarder ein Duett gesungen. Was braucht man denn mehr? Ich selbst mag es, wenn die Leute nett sind und sich Mühe geben. Da verzichte ich gerne auf die letzten 10 Prozent. Seht euch einfach die Bilder an und überlegt selbst:
















Alghero – Der Hafen, die Korallen, Essen gehen und die Altstadt
Alghero ist das blühende Leben. Deshalb ist auch richtig viel los in dieser schönen Stadt. Am Besten du parkst am Yachthafen beim Riesenrad. Von dort aus ist es nicht wirklich weit hinter die Festungsmauern. Dort findet das Leben statt. Die ganze historische Innenstadt riecht nach Duftjasmin, der an jeder Ecke eingepflanzt wurde. Die einfachste Art Alghero zu erkunden ist, sich einfach darauf einzulassen. Zu Fuß durch die Gassen hinter der Stadtmauer zu gehen, ein Eis kaufen und das Leben genießen. Dann, am Besten im Sonnenuntergang am Wasser auf der Mauer entlang spazieren, die letzten Sonnenstrahlen und den weiten Blick über das Meer genießen und es sich gut gehen lassen. Das „Ristorante Nautilus“ ist wohl kulinarisch sehr bekannt. An der Mauer sind außerdem unzählige leicht teure Restaurants mit Blick auf das weite Meer. Wir sind allerdings nur wenige Meter vom Nautilus entfernt immer ins „Bella Napoli“ (Adresse: Piazza Civica 29) eingekehrt. Klar ist das auch kein inhabergeführter Betrieb wie vor 50 Jahren, aber es war gut, der Service nett und die Location sehr schön. So kam es, dass wir dann noch 2 Mal da eingekehrt sind.














Essen im „Bella Napoli“ in Alghero








Die Korallen
Alghero ist übrigens auch die Stadt der Korallen. Genauer gesagt die Stadt der „Corallum Rubrum“. Die Regeln wie z.B. die Tiefe ab der nach Korallen getaucht werden darf (meines Wissens nur tiefer als 80 Meter Meerestiefe), verschärfen sich aus Gründen des Umweltschutzes weiter. Umso wichtiger ist es, dass du weder illegal erbeutete Korallen kaufst, noch ein der zahlreichen Fälschungen / Asia Importe. Die echten Korallen ernten nur noch wenige Familien aus Alghero in riskanten Tauchgängen. Es wurde eigens ein Zertifikat erschaffen. Du erkennst die echten Korallen am Kennzeichen „Corallium Rubrum ad Alghero“.

Wir haben unsere Korallen im Geschäft „La Nassa 2 in der Via Roma 53“ gekauft und wurden dort super beraten und haben mit der netten älteren Dame geratscht. Sogar ich habe mir eine Männerkette eingekauft, was mir dann von Freunden den Namen „Don Corallo“ eingebracht hat.





Alghero – Wochenmarkt (Mittwochs 8 bis 13 Uhr)
Mittwochs findet er in der Via Korsik statt. Der Wochenmarkt von Alghero. Er gleicht natürlich den meisten sardischen Wochenmärkten. Die Händler fahren schließlich von Standort zu Standort. Aber egal wo. Du solltest einen sardischen Wochenmarkt besuchen. Das Schöne ist, dass hier ein Markt für Einheimische und nebenbei für Touristen stattfindet. Das bedeutet, dass der Anteil an China Plastik relativ gering ist und es stattdessen schöne Klamotten, vor allem aber erstklassige und feine frische Lebensmittel zu echt guten Preisen gibt. In Alghero sind an die 150 Händler am Markt, der Markt ist gesteckt voll. Daher sollte man frühzeitig kommen. Geparkt wird in der Nähe des Krankenhauses, die Plätze sind knapp. Tipp: Vergleich die Angebote auch wenn sie auf den ersten Blick gleich aussehen. In Bezug auf Qualität und Preis gibt es schon Unterschiede bei den Obst-, Fisch-, Fleisch- und Gemüseständen.









Castelsardo und Strände (1 Stunde / 70 km von Alghero entfernt)
Von Alghero aus ging es mit lieben Freunden zu einem Tagesausflug nach Castelsardo (Die Burg der Sarden) und im Anschluss an die schönen Strände nahe Valledoria. Castelsardo ist Geschichte pur. Die 6000 Einwohner „Stadt“ Castelsardo, welche auf einem Felsen über dem Meer thront ist bereits im 13 Jahrhundert gegründet. Das Ziel des Besuches ist die wunderschöne Kathedrale di sant’Antonio Abate aus dem 14. Jarhundert mit ihren schönen bunten Majolikakacheln. Die Kathedrale und die Altstadt kann man nur zu Fuß erreichen. Wie bei Alghero auch gilt: Bitte draußen parken und fußläufig erkunden. Ach ja: Castelstardo ist übrigens berühmt für sein traditionelles Korbflechterhandwerk. So kamen wir auch nicht darum herum, einen wunderschönen Korb zu kaufen.
Da wir etwas früher als unsere Freunde da waren, gab es erstmal ein sardisches Frühstück 🙂












Argentiera, Santa Teresa und die Heimreise
Wie immer, wenn ich von Sardinien schreibe, sprenge ich alle Grenzen. Ich habe einfach zu viel zu erzählen. Daher gibt’s jetzt zum Abschluss nur noch ein paar Fotos zu den Ruinen von Argentiera, dem berühmten Stintino Beach und einem noch schöneren Geheimstrand nur 1000 Meter entfernt.















